Wenn man es ganz genau nimmt, war es schon immer eine One-Man-Show, was der
Mann so geboten hat. Auch als Gründer der mittlerweile legendären Kultband
unserer Region Guru Guru stand Mani Neumeier stets im Mittelpunkt, war
gewissermaßen das Auge des Hurrikans. Was sich nicht zuletzt auch in den
zahllosen Umbesetzungen der Band dokumentiert, die aber noch immer höchst
lebendig ist und den "Elektrolurch" noch genauso faszinierend rüberbringt wie einst –
nicht zuletzt dank Mani. Gelegentlich aber, da packt es den Neumeier und er muss
raus aus den Fesseln im "Zeitraum-Exit" in der Neckarstadt. Und dann legt er seine
echte One-Man-Show hin und fasziniert sein Publikum ganz solo.
Doch Mani Neumeier liefert dann keine trockenen Trommelwirbel ab, er beschränkt
sich auch nicht auf seine Fähigkeit als Jazz-Rock-Acid-Crossover-Drummer, sondern
er bietet eine Musik-Performance, die sich gewaschen hat. Nichts ist vor ihm sicher.
Der chinesische Gong hinter seiner rechten Schulter muss da noch als konventionell
bezeichnet werden. Er entlockt vielmehr allerlei Gegenständen ihre Klänge und formt
daraus seine Rhythmen. Vom Band wird er begleitet von Dschungelgeräuschen, von
Zirpen und Affengekeife. Elektronische Klänge entlockt er einem kleinen grauen
Kasten, ethnologische Anklänge einer Art hölzernem Xylophon, der Marimba. Die"Toy-Party" bildet für ihn ein Klanggerüst aus weihnachtlicher Spieluhr, Quietsch-
Ente und sonstigem Kinderspielzeug.
Das Feinste vom Feinen aber ist ein improvisiertes Perkussionssolo, geklappert auf
zufällig am Boden ausgekippten Blechschüsseln und -tellern jeder Größe und
Klangfarbe. Vor allem eine blecherne Sauciere steht dabei im Mittelpunkt, die bei
jedem Schlag mit dem Trommelstock ein Stück in die Höhe hüpft. Neumeier, im
Hemd aus chinesischer Seide und mit Schamanenkette um den Hals, ist da in
seinem Element. Er hat Spaß, er macht Spaß, es macht Spaß, ihm zuzusehen
zuzuhören.
Dass er ein affengeiler Schlagzeuger ist, muss nicht extra betont werden. |